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Pressebericht über Marstall ungezügelt: Alfons - Wiedersehen macht Freunde

“Wiedersehen macht Freunde”: Ernst, entlarvend und emotional

Veröffentlicht am: 7. Juni 2016  in Ahrensburg 24.de

Ahrensburg (ve). Alfons hat es geschafft. Er hat es möglich gemacht, die Zeit um 20 Jahre zurück zu drehen und in die eigene Kindheit einzutauchen. Daraus hat er gestern Abend im Marstall eine besondere Show gemacht, die begeistert aufgenommen worden ist.

Der Kabarettist Alfons mit seinem Programm "Wiedersehen macht Freunde" im Ahrensburger Marstall.

Der Kabarettist Alfons mit seinem Programm “Wiedersehen macht Freunde” im Ahrensburger Marstall.

Natürlich hat er sein Puschelmikrofon dabei und Filme seiner legendären Umfragen auf deutschen Wochenmärkten. Zum Beispiel zum Thema “Emanzipation”. Es ist der Hammer, wenn ein emanzipierter Mann – reich mit einer ‘netten’ Frau verheiratet und also für den Haushalt zuständig – zugibt, nicht in einschlägige Etablissements gehen zu müssen, er habe ja eine sehr nette Nachbarin. Sagt er so einfach in das Puschelmikrofon.

Oder Reportagen wie die über das Nacktwandern – ja, das hat was. Männer mit Rucksack und Navi auf der nackten Haut, die durch den Wald wandern und sich vor dem Puschelmikrofon von Alfons in selbiger doch nicht so uneingeschränkt wohl fühlen.

Und natürlich lästert Alfons über die Deutschen, über unsere Schwierigkeiten mit dem Streiken und unsere Formularwut. Kommt zwischendurch immer wieder mit “bei uns in Frankreich” und “hier in Deutschland”. Ein Spiegel, den viele Deutschen sich gerne vorhalten lassen und dann auch begeistert applaudieren, als er erklärt, dass ein deutscher Warnstreik mit einer Länge von drei Stunden in Frankreich gerade mal als Mittagspause durchgeht.

Aber für sein eigentliches Programm “Wiedersehen macht Freunde” taucht Alfons in eine ganz andere Welt. Erzählt aus seiner Kindheit im 13. Arrondissements von Paris, von seinem Besuch im Fußballstation der Mannschaft St. Etienne, von der Trennung seiner Eltern und schließlich von seiner Freundschaft zu zwei Jungs und einem Ausgestoßenen.

Die drei Jungs – Alfons, Jérome und Jean-Christian – lernen einen Obdachlosen kennen, der in einer Baracke wohnt. Vor ihm waren sie gewarnt worden, er sei ein Menschenfresser. Doch sie entdecken den Ausgestoßenen als Freund, nennen ihn Archimedes. Dieser Mensch begleitet sie schließlich über viele Jahre ihrer Jugend und gibt so manche Lebensweisheit an die drei weiter.

Alfons, mit bürgerlichem Namen heißt er Emmanuel Peterfalvi, nimmt sein Publikum mit auf diese Zeitreise auf selten gesehene offener Weise. Auch wenn er nicht alles aus seiner Kindheit verrät, zeigt er doch eines: Die Emotionen, die ihn seit seinem sechsten Lebensjahr begleiten. Die Sehnsucht nach seinem Vater, die Suche nach Freunden und Vorbildern. Und Alfons wäre nicht Alfons, wenn er nicht in jedem Kapitel einen kleinen lästerlichen Spruch als Tritt gegen das Schienbein unterbringt.

Den ernsten Worte zu Beginn von Alfons zum Thema Waffenbesitz in den USA und den Argumenten der National Rifle Association (NRA) fehlt es allerdings an jeglichem Humor. Da bezog der Kabarettist deutlich Stellung, sichtlich echauffiert über eine Waffenpolitik, die auf versehentliche Todesschüsse von Kindern nur noch mehr Waffenkunde als Antwort geben kann.

Die drei Aspekte des Alfons: ernsthaft, entlarvend, emotional – das Publikum im fast ausverkauften Saal zeigte sich berührt von der Show des Wahl-Deutschen. Und applaudierte begeistert. Alfons selber bedankte sich bei seinen treuen deutschen Fans. Und bei der guten Betreuung im Marstall – “es ist schließlich ein Verein hier im Marstall, die Ehrenamtlichen machen das ganz toll”, lobte er auf der Bühne angesichts einer Video- und Lightshow in seinem Programm, die durchaus auf Präzision angelegt ist und wunderbar funktioniert hat an diesem Abend.

Der Kabarettist Alfons mit seinem Programm "Wiedersehen macht Freunde" im Ahrensburger Marstall.

Der Kabarettist Alfons mit seinem Programm “Wiedersehen macht Freunde” im Ahrensburger Marstall.

Programm

no sport 1

Musik: "No sports"

08.07.2016 20:00 Uhr

oder was macht die Fußballbraut am Sonntagnachmittag? mit Martin Karl-Wagner

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